Schönbrunner Schlosspark, Kronprinzengarten, 1130 Wien
Wintersperre bis März 2018
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Schönbrunner Geschichte/n

Kinderlachen und Kanonenschüsse im Kronprinzengarten.


Seit 1779 dürfen die Wiener den Schönbrunner Schlosspark bevölkern, doch einige Bereiche direkt am Schloss bleiben den Habsburgern vorbehalten. Sie leben in ihrem Privatgarten aber nicht streng abgeschirmt. Neugierige Spaziergänger können sie hier etwa beim Betreuen eigener Gemüsebeete beobachten. Bis drei kleine Erzherzöge das Terrain erobern.

Munteres Treiben der Kaiserkinder

1830

Am 18. August wird Erzherzog Franz, der spätere Kaiser Franz Joseph I., auf Schloss Schönbrunn geboren. Im Kronprinzengarten wird für ihn und seine drei Brüder ein Spiel-, Turn- und Exerzierplatz eingerichtet. Zwei dort stehende Brunnen werden dafür entfernt. Als Schutz vor Regen oder praller Sonne wird ein nach allen Seiten offener Holzpavillon errichtet. Die Habsburger Buben spielen leidenschaftlich gern Indianer, bewaffnet mit Schildern und Speeren und im Federschmuck. Als Ritter galoppieren sie auf ihren Pferden durch den Garten und mit einer kleinen Kanone beschießen sie die Bastion an der Ostseite. Für Erzherzog "Maxi", den späteren glücklosen Kaiser Maximilian I. von Mexiko, baut der Gärtner eine exotische Strohhütte, umgeben von Gebüsch und Lianen. Ein angeketteter Papagei, eine hölzerne rote Kröte und ein paar Eichhörnchen leisten ihm Gesellschaft.


Die Monarchie ist Geschichte, der Pavillon bleibt.

1918/1927 bis 2010

Das ehemalige Spielhäuschen steht zehn Jahre leer und wird schließlich im Stil der späten 1920er Jahre zu seiner heutigen Form umgebaut. Erstmals wird darin 1927 ein Kaffeehaus eröffnet, das von wechselnden Pächtern geführt wird. In dieser Zeit etabliert sich der Name „Meierei Schönbrunn“. Ab 2010 steht der renovierungsbedürftige Pavillon leer, es gibt sogar Pläne, ihn abzureißen und durch einen Stahlglaspavillon zu ersetzen. Doch dieses Projekt wird verworfen – ein Glück für Familie Querfeld.


Neues Leben mit viel Gefühl

2013

Mit Übernahme der alten Meierei Schönbrunn erfüllt sich für Irmgard und Berndt Querfeld ein Herzenswunsch. Viel Liebe zum Detail, Energie und Leidenschaft fließen in die Umsetzung der Pläne. Gemeinsam mit der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. wird der Pavillon generalsaniert. Bei Grabungsarbeiten tauchen die zwei alten Brunnen in der Meidlinger Senke wieder auf, die noch voll funktionsfähig sind. Da die Gartenanlage heute aber völlig anders aussieht, werden sie wieder zugeschüttet. Auch Kanonenmunition der Kaiserkinder wird ausgegraben. Spannende Momente an diesem so besonderen Ort. Nachdem die Basis geschaffen ist, sorgt Architekt Hans-Peter Schwarz für die moderne Inneneinrichtung des Pavillons. Die hellen Holzmöbel harmonieren perfekt mit dem Gebäude, auf dessen Dach nun auch zwei rot-weiße Wetterfahnen wehen. Im Garten unterstreichen hellblaue Schirme und viele bunte Stühle die heitere Grundstimmung. Am 18. Juni wird Landtmann’s Jausen Station feierlich eröffnet und erobert seither mit ihrer liebevollen Atmosphäre alle Herzen im Sturm.